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Sommermärchen

13.07.2017 | Bydgoszcz | EM U23

Das Bielefelder Sommermärchen der Leichtathletik geht weiter. Amanal Petros hat seinen Traum realisiert und ist Vizeeuropameister der U23 über 10000m in Bydgoszcz geworden und erkämpfte die erste Medaille für das deutsche Team. In einem zunächst Bummelrennen setzte Amanal nach ca. 17min. das erste Zeichen, als er das Tempo deutlich verschärfte. Zwei Minuten später schon hatte sich aufgrund der Tempoarbeit von Amanal eine Vierergruppe abgesetzt und wiederum drei Minuten danach waren nur noch Amanal und der favorisierte Spanier Carlos Mayo übrig, die schnell den Abstand zu den beiden folgenden Läufern vergrößerten. Beide sahen bis zur Schlussrunde kontrolliert aus. Ungefähr 250m vor dem Ziel setzte Mayo zum Spurt an, dem Amanal nicht mehr folgen konnte. Mayo und Amanal kamen in 29:28.06 bzw. 29:34.94 ins Ziel. Mit 29:42.85 gewann der Franzose Emmanuel Roudolff Lévisse die Bronzemedaille. Amanal genoß glücklich und stolz die Ehrenrunde im Stadion.

Trainer Thomas Heidbreder, der mit Udo Brandt-Hüdepohl extra nach Polen gereist war, kommentierte, dass das Rennen von Beginn bis zum Ende ein von der Taktik bestimmtes Rennen war. Amanal habe sich laut Thomas sehr aufmerksam gezeigt und sich stets prima positioniert. Die Tempoarbeit ab ca. Kilometer sechs fand er richtig und mutig. Neben dem überzeugenden Erfolg seines Schützlings würdigte er auch den starken sechsten Platz des zweiten deutschen Athleten Tobias Blum (LG TELIS FINANZ Regensburg). Alles in allem ist es ein wunderbares Ergebnis und ein riesiger Erfolg für sowohl Amanal und das DLV-Team als auch für unseren Verein und die Bielefelder Leichtathletik. Apropos, Amanal hat nun den kompletten Satz an Europameisterschaftsmedaillen zusammen: Gold (Team-EM 2017), Silber (heute), Bronze (Cross-EM U23 2015).

Nachschlag über 5000m

15.07.2017 | Bydgoszcz | EM U23

Zwei Tage später am Samstag lieferte Amanal auch über 5000m einen heißen Fight. Wieder wurde anfangs gebummelt. Die eher gemütliche Durchgangszeit von 7:40 bei 2500m spiegelt es wieder. Amanal hielt sich ungefähr an Position vier auf und kontrollierte aufmerksam das Rennen. Ab der Hälfte ging die Post ab. Die zweiten 2500m wurden in 6:35 gelaufen. Zwei Mitfavoriten gaben ob des hohen Tempos auf. Es war Amanal, der 400m vor Schluss den entscheidenden Impuls setzte, als er einen langen Spurt ansetzte. Die letzten 400m lief er in rasanten 54 Sekunden. Zu fünft ging es auf die Schlussgerade und alle Fünf überquerten innerhalb von nur neun Zehnteln die Ziellinie. Wenige Schritte hinter dem Sieger, dem Italiener Yemaneberhan Crippa, verpasste der SVB-Athlet als vierter nur um den Wimpernschlag von sieben Hundersteln einen Treppchenplatz. Zweiter wurde Simon Debognies aus Belgien und dritter 10000m-Europameister Carlos Mayo aus Spanien.

Wie schon im 10000m-Rennen zeigte Amanal wieder die meiste Initiative und Angriffslust im gesamten Feld. Es ist schade, dass er für sein Courage und die Mühe nicht durch eine weitere Medaille belohnt wurde. Trainer Thomas Heidbreder zeigte sich dessen ungeachtet mit der starken Leistung seines Athleten - auch mit Verweis auf die sehr guten Vorleistungen der Konkurrenten - sehr zufrieden.

Ein kleines Fazit zu den EM U23: Amanal trainiert erst seit drei Jahren leistungsorientiert. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten, das muss konstatiert werden, hat er trainingsbezogen noch Nachholbedarf. Dennoch hat er es in den zurückliegenden Jahren geschafft, sich in der europäischen Spitze der U23 zu etablieren und - ohne falsche Bescheidenheit - er hat sie als Sportler und Sympathieträger mitgeprägt.