Zum Saisonende müde

10.12.2017 | Samorin/Slowakei | Cross-EM

Am Tag vor dem Rennen war Amanal Petros noch optimistisch: „Meine letzte U23-Cross-Europameisterschaft 😁. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es läuft. Die Strecke ist sehr hart, eine Herausforderung, aber ich freute mich, weil ich sehr gerne Cross laufe. Das Wetter ist leider überhaupt gar nicht schön hier in Šamorín 😂. Aber hallo, es sind ja nur 5 Runden 😜. Dafür haben wir Athleten ein Jahr lang gewartet und fleißig trainiert. Das heißt, solange es weh tut und Spaß macht, laufen wir weiter 💪🏽.“

Das Wetter war am Wettkampftag schön und sonnig. Amanal lief drei Runden in der Spitzengruppe an und hielt sich klug zurück. Als der große Favorit Yeman Crippa Ende der vorletzten Runde das Tempo abrupt und brutal anzog und sich absetzte, musste Amanal wie alle anderen abreißen lassen. Nur noch die Franzosen Jimmy Gressier und Hugo Hay konnten folgen und kurz vor dem Ziel wieder aufschließen. Im Finish überspurteten die beiden Franzosen überraschend den Italiener und Gressier setzte sich schließlich durch. Amanal hatte zu diesem Zeitpunkt mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Er überquerte als 21. einen Platz hinter Mannschaftskollege Patrick Karl die Ziellinie und verfehlte seinen Wunsch, unter die ersten fünf zu laufen, deutlich.

Das internationale Niveau ist hoch und die Spitze ist eng beieinander. Wenn man einen schlechten Tag hat oder müde von der Saison ist, kosten wenige Sekunde viele Plätze und man wird durchgereicht. Das musste Amanal, wie auch andere, heute leider erfahren. Heute wiegt die Enttäuschung noch schwer, letztlich macht es nichts. Die Saison war großartig. Amanal hat an drei Europameisterschaften teilgenommen. Er hat eine Goldmedaille (Team-EM) und eine Silbermedaille (U23 10000m) mit nach Bielefeld zurückgebracht. Diese Erfolge kann ihm niemand mehr nehmen.

Jetzt geht es darum, wieder aufzustehen, die Krone zu richten und weiterzumachen. Nach einer verdienten Festpause ist der Fokus auf die Vorbereitung der Saison 2018 zu richten. In der Männer Hauptklasse hängen die Früchte bekanntlich noch höher. Wie hoch das europäische Niveau in der Hauptklasse ist, dass haben Gressier, Hay und Crippa heute beeindruckend demonstriert. Amanal ist nahe dran. Die Sekunden, die ihm noch fehlen, bedeuten allerdings viel harte Arbeit und einen langen Atem.