Erster "großer" Titel

03.09.2017 | Bad Liebenzell | DM Straße 10km

Das Sahnehäubchen auf eine überragende Saison: Amanal Petros gewann bei den DM Straße in Bad Liebenzell zwei Meistertitel, Gold sowohl in der Hauptklasse als auch in der U23. Im Endspurt revanchierte er sich bei Simon Boch (LG TELIS FINANZ Regensburg), der Amanal im Frühsommer über 10000m auf der Bahn kurz vor dem Ziel abgefangen und den Titel weggeschnappt hatte. Damals in Bautzen hatte Amanal maßgeblich die Tempoarbeit geleistet. Diesmal hielt er sich zurück und schwamm in der Favoritengruppe mit, in der vor allem der Marathonmann Philipp Flieger (Regensburg) für die Pace sorgte. Flieger wurde letztlich in 29:10 Dritter. In der Gruppe liefen des Weiteren der wiedererstarkte Hendrik Pfeifer (4. in 29:12, TV Wattenscheid 01) und der mehrfache deutsche Meister Florian Orth (5. in 29:19) mit, der Regensburg als dritter Mann den überlegenen Mannschaftstitel sicherte.

Ungefähr 500m vor dem Ziel zog Simon Boch den Spurt an und nur Amanal konnte ihm folgen. Im Finish auf den letzten Metern war der Brackweder heute der Bessere. Eine Schrecksekunde entstand, als er fast am Zielkanal vorbeispurtete. Durch einen Schlenker im letzten Moment konnte er den kleinen Vorsprung von einer Sekunde vor Boch ins Ziel retten. Die Siegerzeit von 29:02 ist seine bislang zweitbeste Zeit auf der Straße und spiegelt die Qualität und Spannung des Rennens wieder. Darüber hinaus bedeutet sie deutsche Jahresbestleistung - er verdrängt keinen geringeren als Homiyu Tesfaye von der Spitze - und europäische Jahresbestleistung in der U23.

So war Trainer Thomas Heidbreder von dem stark besetzten und engen Rennen beeindruckt und zufrieden damit, wie abgeklärt sich sein erst 22-jähriger Topathlet letztlich durchsetzte. Nach vielen zweiten und dritten Plätzen in der Hauptklasse äußerte sich Amanal im Ziel sehr glücklich zu sein, endlich einen großen Titel gewonnen zu haben. Er resümierte, heute „vom Kopf her sehr stark“ gewesen zu sein, sich im Rennen wohl gefühlt und die „super Atmosphäre“ an der Strecke genossen zu haben. Boch anerkannte im Interview danach: „Aber der Amanal war wahnsinnig stark hintenraus. Er hat verdient gewonnen.“